„… um zusammen zu sein, Mädchen kennen zu lernen und mal einen Schluck zu trinken (…) ansonsten hat man viele interessante Leute kennengelernt. Politik hat da keine große Rolle gespielt, da ging’s einfach nur locker vom Hocker“.

Uwe Hörschelmann aus Stregda,  geb. 1967
war Clubmitglied „Jugendclub Sonne“ Eisenach


 

„Diskothek im Ausleihraum (…) man hat ein Quiz gemacht, dass thematisch in die Bibliothek gepasst hat, damit man die Leute hinterher in die die Bibliothek locken konnte. Das Ganze war in dem großen Ausleihraum: Zwischen den Regalen konnte man tanzen, sitzen und seine Cola oder Brause trinken und die Cola hat 40 Pfennige gekostet. In der Bibliothek gab es Alkoholverbot, das war klar, da durfte nichts getrunken werden“.

Petra Werner aus Eisenach, geb. 1961
war Clubmitglied der Stadt- und Kreisbibliothek Eisenach
 


 

„Mit 14 bin ich das erste Mal zur Disco gegangen. Ich bin in den „Eierclub“, den „Brunnenkeller“ und das „ABC-Clubhaus“ (Artur- Becker Klubhaus) gegangen, weil ich da zur Disco gehen wollte, weil ich tanzen wollte. Das besondere ist eigentlich gewesen, dass man sich schon Stunden vorher anstellen musste, um die Chance zu haben, in diesen Club hinein zu gelangen (…) das heißt, im Winter hat man dann auch schon mal lange Zeit im Kalten gestanden, kalte Füße bekommen und war schon recht durchgefroren, bevor man sich erst mal Eintritt verschaffen konnte. Mitgearbeitet hab ich im Jugendclub nicht, ich bin da ausschließlich zum Vergnügen hingegangen“.

Sabine Büchner aus Eisenach, geb. 1969
war zu DDR-Zeiten Clubgängerin Eisenach
 


 

„Ich war Schallplattenunterhalter, das ist ein Discjockey, einer der Schallplatten auflegt. Früher hat man das so gemacht (…) In der DDR hieß es Schallplattenunterhalter und überall sonst auf der Welt DJ. Es war nur ein Hobby, weil ich Musik sehr mag (…) Man musste dazu einen Lehrgang machen und eine Prüfung ablegen (…)die musste man sogar alle zwei Jahre wiederholen. Da musste man dann alle Regelungen kennen. Eine Regelung war zum Beispiel, dass man nur 40 Prozent aus dem Nicht-Sozialistischen Ausland (z. B. der BRD) spielen durfte und da auch nicht alles, sondern nur das, was im DDR Rundfunk lizenziert worden ist. Und 60 Prozent durfte aus der DDR und dem sozialistischen Ausland sein. Also ich durfte Musik aus der Sowjetunion oder Ungarn spielen“.

Uwe-Jens Ebert aus Eisenach, geb. 1964
war Schallplattenunterhalter in den Jugendclubs
 „Brunnenkeller“, „Sonne“ und „Eierclub“
 


„Also ich glaube, wer sagt, dass nirgendwo im normalen Leben diese staatliche Ideologie mit Einfluss hatte, der hat die DDR einfach nicht richtig miterlebt. Es war eine Diktatur und natürlich hat die Ideologie auch Einfluss auf die Jugendclubs genommen – versteckt oder auch ganz offensichtlich. Die Jugendclubs waren zum Beispiel der FDJ Kreisleitung rechenschaftspflichtig (…) die hauptamtlichen Jugendclubs waren verpflichtet, jeden Mittwoch ein politisches Jugendforum mit einem Referenten der Bezirksparteileitung durchzuführen. Das ist natürlich nicht auf Wellen der Begeisterung gestoßen und wurde teilweise von den Jugendlichen gar nicht in Anspruch genommen. Denn Jugendclubs sind und waren damals Orte der Freizeitgestaltung“.

Björn Lange aus Sontra, geb. 1960
war und ist hauptberuflich in der Jugendarbeit in Eisenach tätig
 

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